Kniegelenkerkrankungen (Arthroskopie)

Wohl jeder Mensch hat schon einmal über Schmerzen im Knie geklagt: Sei es nach einem Sturz beim Sport, beim Skifahren, Fußballspielen, nach dem Verdrehen des Beines beim Treppensteigen oder gar beim Kegeln. Meistens verschwinden diese Beschwerden wie von selbst, doch nicht selten bleiben Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung oder auch eine Instabilität beim Laufen zurück. Abgesehen davon treten die häufigsten Knieschmerzen spontan, also ohne einen erkennbaren äußeren Einfluß auf. Die Beeinträchtigung ist deswegen aber nicht geringer! Oftmals führen ständige, ihre Heftigkeit wechselnde, auch nachts den Schlaf raubende Schmerzen die Betroffenen zum Arzt. Bei derart anhaltenden Beschwerden und dem Verdacht auf eine Erkrankung des Kniegelenkes sowie sorgfältiger Abklärung vor einer Gelenkspiegelung (zusätzlich häufig bei unklarer Beschwerdesymptomatik mit der Magnetresonanztomographie in einer Röhre) ist dann oft eine Kniegelenkspiegelung oder Arthroskopie angezeigt.

Was ist eine Arthroskopie?

Das Wort „Arthroskopie“ stammt aus dem Griechischen: Arthros = Gelenk, skopein = schauen oder sehen. Sinngemäß also „ins Gelenk sehen“.

Wie läuft eine Kniegelenksspiegelung ab?

Nach ausgiebiger Säuberung und Desinfektion des Kniegelenks auf dem OP-Tisch wird mit Einmalabdecktüchern ein hochsteriles OP-Feld geschaffen, um Infektionsmöglichkeiten des Knies so gering wie möglich zu halten. Das Gelenk wird mit einer sterilen (keimfreien) Flüssigkeit gefüllt. Über einen winzigen, 5mm kleinen Stich unter der Kniescheibe wird sodann eine kleine, hochauflösende Digitalkamera in das Knie eingeführt, welche den Blick in jeden auch noch so entlegenen Winkel des Knies erlaubt. So können Erkrankungen der Schleimhaut (z.B. bei Gicht, Synovitis = Gelenkschleimhautentzündung), des Knorpels (Arthrose, Knorpelverletzungen, &bdquot;Chondropathia patellae&ldquot;), des Innen- und Außenmeniskus sowie der Kreuz- und Seitenbänder sicher erkannt werden.

Selbstverständlich werden heute auch andere Gelenke z.b. Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Hüfte und oberes Sprunggelenk arthroskopiert.

Wie können Schäden mit der Arthroskopie behoben werden?

Sobald der krankhafte Befund erkannt ist, wird über einen weiteren 5mm-Stich ein hochspezialisiertes, feinmechanisches Instrument in das Gelenk eingeführt, mit dem ein Meniskusriß abgetragen, ein aufgebrochener Knorpel bei der Arthrose geglättet oder auch freie Gelenkkörper entfernt werden können. Die Vorteile dieser Methode sind vielfältig: Sie erspart einen Schnitt am Knie mit Durchtrennung der Gelenkkapsel, der selbst eine erhebliche Verletzung des Gelenks darstellt und die Erholung nach der Operation wesentlich erschwert und verlängert! Auch entlegenste Winkel des Gelenks können beurteilt und zum Beispiel ganz weit hinten im Knie gelegene Risse des Meniskus erkannt und entfernt werden. Im Gegensatz zur Schnitt-Operation wird niemals der gesamte Meniskus entfernt sondern nur der Teil, welcher erkrankt oder eingerissen ist!

Innenmeniskushinterhornriß (Knie) oben rechts (mit dem Tasthäckchen angehoben) (© by C.M. Feld)

Frische Meniskusrisse vor allem bei Kindern und Jugendlichen können unter bestimmten Voraussetzungen wieder genäht, Kreuzbandrisse arthroskopieunterstützt behoben werden. Selbst Verschiebungen der Kniescheibe, die nicht selten in Zusammenhang mit Kniescheibenverrenkungen stehen, können sicher erkannt und arthroskopisch unterstützt operiert werden.

Auch die Behandlung von Knorpelschäden ist mit der Arthroskopie möglich. Hier können Knorpelschäden mit Turbinen geglättet werden oder werden mit einem Plasmafeld ähnlich wie ein Laser verschweißt. Tiefe Knorpeldefekte, die bis zum Knochen reichen, können durch Mikrofrakturierung (Eröffnung des Knochenmarkraums mit feinen Instrumenten) behandelt werden.

Die Operation dauert je nach Ausdehnung des Schadens zwischen 15 und 45 Minuten, sie endet mit dem Verschluß zweier winziger Stiche unter der Kniescheibe!

Wie ist der Verlauf nach der Arthroskopie?

In aller Regel darf der Operierte nach einer ambulanten Operation sofort nach der Arthroskopie vom Operationstisch aufstehen und vollbelasten! Gehhilfen sind meist nicht notwendig, Schmerzen von nur geringer Bedeutung. Nach etwa einer weiteren Stunde der Überwachung kann der Patient wieder nach Hause.

Arbeitsfähigkeit ist – abhängig vom Befund im Kniegelenk und der notwendigen Operation – häufig bereits nach acht bis zehn Tagen wiederhergestellt. Wichtig ist eine gute physiotherapeutische Nachbehandlung und Kontrolle durch den Operateur.

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